DLG e.V. - Stalleinstreupulver mit DLG-Qualiätssiegel: Auch hygienisch wirksam

Stalleinstreupulver mit DLG-Qualitätssiegel: Auch hygienisch wirksam

Euterentzündungen stellen bis heute mit rund 20 Prozent aller Abgänge einen der häufigsten Abgangsgründe in Milchviehställen dar. Ursachen dieser Mastitiden sind in der Regel sogenannte „Umweltkeime“, in der Regel bakterielle Erreger, die in der unmittelbaren Haltungsumgebung der Tiere vorkommen. Konkret sind dies vor allem Streptococcus uberis, Enterokokken (Enterococcus ssp.), und coliforme Erreger (zum Beispiel E. coli).

Erfahrungswerte zeigen, dass durch akute und chronische Mastitiden im Bestand sogar in den Tankmilch-Ablieferungen relativ regelmäßig bakterielle Mastitis-Erreger zumindest in nachweisbarer Menge vorhanden sind.

Mastitis: Kosten und Ursachen

Welche Kosten eine klinische Mastitis dem Landwirt verursacht, hat das Landwirtschaftliche Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW) Aulendorf 2013 ermittelt: Im Schnitt fehlen dem Landwirt insgesamt 432,- Euro nach jeder akuten Mastitis. Diese schlüsseln sich auf in die Kosten für tierärztliche Untersuchung (15,- Euro), Arzneimittel (80,- Euro), Mehrarbeit des Landwirts (35,- Euro bei angenommenen 15,- Euro/h) und gegebenenfalls anteilig für eine nötige Remontierung von Abgängen (110,- Euro).

Hinzu kommen indirekte Einkommensverluste durch nicht abgelieferte Milch (72,- Euro) und eine fünfprozentige Laktationsdelle, die bei 8.000 kg Leistung mit 120,- Euro den größten Einzelposten darstellen. Zusammengefasst können Mastitiden somit den größten betriebswirtschaftlichen Schaden in der Milchviehhaltung auslösen.

Typischerweise dringen Mastitiserreger über den Zitzenkanal ins Euter ein (galaktogen), die beiden anderen Infektionswege Zitzenverletzungen und über das Blut (hämatogen) sind eher als Extremfall und dementsprechend selten anzusehen. Aufgrund dieses klaren Infektionsweges können die Gegebenheiten einer Infektion ebenfalls klar definiert werden.

Zwei Fälle verdienen dabei besonderes Augenmerk: Zum einen bleibt der Zitzenkanal nach dem Melken noch einige Zeit geöffnet, so dass Bakterien eindringen können. Im direkten Größenvergleich – Staphylokokken haben einen Durchmesser von rund 1 μm, demgegenüber ist ein geöffneter Strichkanal nach dem Melken ca. 2 mm groß – ist das Verhältnis eines Tennisballs zu einem Tunnel mit 15 m Durchmesser zutreffend. Insofern ist nach dem Melken die Notwendigkeit des Dippens und eines ein- bis zweistündigen Stehens der Tiere, zum Beispiel durch Vorlage von schmackhaftem Futter, nachvollziehbar.

Zum zweiten verbringen Milchkühe mindestens zwölf Stunden am Tag liegend. Auch hier können Bakterien bei hohem Keimdruck der Keimflora von den Liegeflächen über die Euter- und Zitzenhaut ins Euterviertel eindringen und Mastitiden auslösen. Hier können Stalleinstreupulver mit nachgewiesener Hygienewirkung für eine deutliche Minderung des Keimdrucks sorgen.

Zwei Produkte erfolgreich geprüft

Mit einer nachgewiesenen Reduktion der Lebendkeimzahl um je nach Erregertyp mindestens zwei Zehnerpotenzen, das heißt auf rund ein Prozent des Ausgangswerts, konnten die beiden Stalleinstreupulver Desical plus von Hufgard (Hösbach, Bayern) und Bergo Curades plus von Bergophor (Kulmbach, Bayern) ihre keimreduzierende (hygienisierende) Wirkung nachweisen.

Beide Produkte bestehen aus Calciummagnesiumdioxid und weiteren magnesium- und calciumhaltigen Verbindungen und sind für die Verwendung als Kalkstrohmatratze, Trockenklauenbad oder zur Hygienisierung des Liegebereichs von Rindern und Schweinen vorgesehen.

Wie bei allen Produkten auf Basis von ungelöschtem Dolomitbranntkalk, gilt es auch hier auf eine gute Haut- und Materialverträglichkeit zu achten. Bei der Untersuchung beider Produkte im Vergleich zur Kontrollgruppe konnten keine negativen Einflüsse festgestellt werden, es traten keine Hautveränderungen oder Unverträglichkeiten auf. Auch auf verzinkten Stahl als häufigstes Baumaterial für Abtrennungen und elastische Stallbodenbeläge hatten beide Produkte keinen nachteiligen Schädigungseffekt.

Sowohl Desical plus als auch Bergo Curades plus konnten mehr als 0,5 g Wasser pro Gramm Trockenmasse aufnehmen und blieben sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand in Gleitzugversuchen auf verschiedenen Oberflächen rutschfest. Auch bei der Staubentwicklung wurden alle Anforderungen erfüllt.

Fazit

Mit Desical plus von Hufgard und Bergo Curades plus von Bergophor stellten sich erstmals Produkte einer vollständigen Qualitätssiegel-Prüfung für Hygieneeinstreu. Diese umfasst gemäß den DLG-Vorschriften eine umfangreiche Prüfung in allen wichtigen und praxisrelevanten Kriterien.

Beide Produkte konnten in der Prüfung mit ihren Ergebnissen überzeugen. Ihnen wurde ein DLG-Qualitätssiegel „Kontinuierlich geprüft“ verliehen, und ihre Produktqualität wird gemäß DLG-Bestimmungen ab sofort mindestens einmal jährlich durch eine DLG-Überwachungsprüfung kontrolliert.

Die Prüfung zur Erlangung eines DLG-QUALITÄTSSIEGELS für Hygieneeinstreu und Einstreumaterialien umfasst unter anderem eine Prüfung auf

  • Hygienewirkung
  • Hautverträglichkeit bei Kühen und Schweinen
  • Materialverträglichkeit
  • Wasseraufnahmekapazität und Staubentwicklung
  • Rutschfestigkeit (nass und trocken)